Beheimatungen an der Grenze – Psychiatrie, Mobilität und Moderne in der österreichisch-slowenischen Steiermark (1900-1933)

  • Termin in der Vergangenheit
  • Dienstag, 18. November 2025, 18:15 - 19:45 Uhr
  • Justus-Liebig-Universität Gießen
    • Simon Stewner

Anlässlich des Kolloquiums der osteuropäischen Geschichte im Wintersemester 2025/26 an der Justus-Liebig-Universität Gießen hält Simon Stewner, Doktorand im Teilprojekt C06, einen Vortrag über sein Dissertationsprojekt „Beheimatungen an der Grenze“.

Zum Vortrag:
„Ungeheilt nach Slovenien zum Zwecke der Abgabe an die Irrenanstalt Laibach überstellt.“ Mit diesem Zitat endet die Krankenakte Karl Krumpaks aus der „Steiermärkischen Landes-Irrenanstalt Feldhof bei Graz“ und auch sein etwa zehnjähriger Aufenthalt 1922. Krumpak wird 1883 im heute slowenischen Maribor (Marburg) geboren und 1943 im KZ Dachau ermordet. Seine Biographie ist durchzogen von langen Wanderungen durch Österreich-Ungarn, Haftstrafen, Aufenthalten in psychiatrischen Anstalten und schließlich der Ermordung durch das NS-Regime. Der Vortrag fragt nach den Beheimatungsmöglichkeiten, 
-grenzen und -praktiken im psychiatrischen System an der österreichisch-slowenischen Grenze und nach der fließenden Grenze zwischen Armut und Wahnsinn im frühen 20. Jahrhundert.

Eine Teilnahme ist auf Anfrage auch digital möglich.

Eine Postkarte in Schwarz-Weiß mit einem Bild vom Feldhof bei Graz
  • Adresse

    Justus-Liebig-Universität Gießen; 
    Historisches Institut; Raum E209 (Phil. I)
    Osteuropäische Geschichte
    Otto-Behaghel-Straße 10D
    35394 Gießen

  • Veranstaltungstyp