Sascha Rothbart: Zuhause in den Randgebieten. Julien Gracqs literarische Kontaktschranken
Der Beitrag untersucht Julien Gracqs schriftstellerisch gestaltete Randgebiete als künstliche »Kontaktschranken« im Sinne Wilfred Bions.
Es wird gezeigt, wie Schwellenräume – Frontlinien, Küsten, Waldränder, Vorposten, Übergänge und saisonale Kippmomente – als literarische »Wahlheimat« des Autors in dessen Werk zu Modellen einer Berührung mit dem Unbewussten werden. Im Zentrum steht der Roman »Ein Balkon im Wald« (1958), der den »drôle de guerre« als traumartigen Schwebezustand inszeniert. Die von der psychoanalytischen Literaturwissenschaft einst formulierte, inzwischen jedoch als überholt geltende »Traumanalogie« wird im Anschluss an Bion funktionsorientiert neu gedacht.
Der Artikel ist in der Juni-Ausgabe des Journals „PSYCHE" erschienen:
Sascha Rothbart: „Zuhause in den Randgebieten. Julien Gracqs literarische Kontaktschranken“, PSYCHE, Juni 2026, 80. Jahrgang, Heft 6, S. 514–540.
