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Neues Forschungsnetzwerk im Rahmen des SFB 1671 entstanden

Das Forschungsnetzwerk entstand im Rahmen des SFB-Teilprojekts „Heimatlosigkeit und Emanzipation" als fächerübergreifender Arbeitszusammenhang, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die diskursiven Umwertungen von Heimatlosigkeit herauszuarbeiten, die sich zwischen 1870 und 1933 in deutschsprachigen, literarischen, journalistischen und gelehrten Texten herausgebildet haben. Diente der Begriff der Heimatlosigkeit bis weit in das 19. Jahrhundert hinein in erster Linie der Stigmatisierung und Ausgrenzung marginalisierter Gruppen wie Juden, Sinti und Roma, Arbeitern und Frauen, so vollzog sich in der Wende zum 20. Jahrhundert ein Wandel: Es schien nun aus Sicht der Ausgegrenzten und Entrechteten nicht nur möglich, sondern sogar erstrebenswert sich positiv auf den Begriff der Heimatlosigkeit zu beziehen. In Ilse Frapans frauenemanzipatorischem Roman Wir Frauen haben kein Vaterland (1899) solidarisiert sich die Protagonistin, die gegen herrschende Verhältnisse aufbegehrt, mit allen Heimatlosen: „Brechen mit allem und mit allen: Hinunter in das Namenlose, zu den Rechtlosen, zu den Enterbten. Dorthin gehör' ich ja, ich und alle Frauen, Heimatlose, Vaterlandslose." 

Zu sehen sind die Mitglieder des Forschungsnetzwerks auf einer Treppe vor einem Palais stehend.

In mehreren Workshops wurde kooperativ das Konzept für ein derzeit gemeinsam geschriebenes Nachschlagewerk zum Thema erarbeitet. Teil der Netzwerkarbeit ist zudem der Aufbau eines Quellenkorpus, das bislang unbekannte bzw. wenig beachtete Textzeugnisse erschließt, die den emanzipatorischen Begriff von „Heimatlosigkeit" zum Thema haben.