Claiming the Holy Land: The Historiography of the Religious Orders of the Latin East and the Governance of Sacred Space
- Wednesday, 18. February 2026, 10:30 - 11:30
- Philosophikum der Universität Münster, Raum 110, Domplatz 23, 48143 Münster
- Dr. John Aspinwall
Vortrag von John Aspinwall, TP A04
Der Beitrag zeigt, dass religiöse Orden im lateinischen Osten Geschichtsschreibung als eine Art „politische Technologie“ nutzten, um xenokratische Herrschaft zu legitimieren und Ansprüche auf die Kontrolle heiliger Räume abzusichern – insbesondere dort, wo Herrschaft fragil war, umkämpft oder über große Distanzen aufrechterhalten werden musste. Dabei wird deutlich, wie Jerusalem und verwandte heilige Orte nicht nur als spirituelle Ziele, sondern als ererbte Heimat erzählt wurden: als Räume, die besessen, verwaltet und institutionell verankert werden konnten, gestützt durch Ursprungs- und Kontinuitätsnarrative. An drei Fallstudien (Johanniter/Hospitaller, Karmeliten, Thomasritter) zeichnet der Beitrag nach, wie die Orden Gründungsmythen von biblischer Tiefenzeit bis zur Anbindung an kreuzfahrerkönigliche Autorität formten, um ihre Präsenz in der heiligen Topographie zu „naturalisieren“ und im transmediterranen Wettbewerb um Patronage zu bestehen. Damit wird sichtbar, dass Heimat im Kreuzzugskontext mobil und strategisch konstruiert war: ein erzählerisches Kapital, das Legitimität auch dann stiften konnte, wenn Gemeinschaften räumlich aus dem Heiligen Land verdrängt wurden.

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Philosophikum der Universität Münster, Raum 110, Domplatz 23, 48143 Münster
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Talk
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Workshop: Räumlich-visuelle Vermittlung xenokratischer Herrschaft